Ein Bilbao-Effekt für die Lausitz?
Angestoßen durch den Tod von Stararchitekt Frank O. Gehry kurz vor Jahresende ging unserer Projektleiterin Dagmar Schmidt eine Frage nicht mehr aus dem Kopf: Ist der Bilbao-Effekt auch in der Lausitz möglich?
Wir haben vom Tod Frank O. Gehrys erfahren – dem Stararchitekten, der der spanischen Stadt Bilbao mit dem Guggenheim Museum vor 30 Jahren den Wandel brachte. Der oft zitierte Bilbao-Effekt ist wieder in aller Munde: die Transformation einer absteigenden Industriestadt zur florierenden City mit Zuzug, Wirtschaftskraft und Stolz. Es ist nicht das Guggenheim allein, was diesen Wandel eingeläutet hat, und doch spielt die Anziehungskraft dieses beeindruckenden Gebäudes eine entscheidende Rolle – als Einladung nach außen und als Identifikation nach innen.
Ist das auch für die Lausitz denkbar?
Ein spektakulärer Bau (ein so genanntes Signature Building), der die zurückbleibende Tagebau-Landschaft neu strukturiert, der Anziehungs- und Identifikationspunkt gleichermaßen ist? Ein Gebäude, was einen kulturellen Impuls setzt und doch so viel mehr ist als Kultur, weil es im Zusammenspiel mit guter Infrastruktur auch wirtschaftliche und soziale Prozesse in Gang bringt? Mit Inhalten, die international für Interesse sorgen und der Lausitz damit Sichtbarkeit und Stolz bescheren?
Das Schicksal der Lausitz mit ihrer (Bald-)Kohlevergangenheit teilen auch andere Regionen
Allein in der Bundesrepublik haben wir drei dieser Reviere. Internationale Aufmerksamkeit wäre also möglich. Überall dort, wo Bergleute Kohle zutage gefördert haben, die nun nicht mehr „gebraucht“ wird, entsteht eine Identifikationslücke. Ein kultureller Anstoß, der im Zusammenspiel mit anderen klugen Maßnahmen wirtschaftlich und sozial wirkt, könnte diese Lücke schließen. Er könnte der Lausitz Identifikation und Stolz zurückgeben.
Unsere Arbeit in der Bürgerregion scheint manchmal zu verfliegen, obwohl später doch etwas daraus entsteht. Sie ist oft nicht sofort greifbar und setzt doch wichtige Impulse für die gesellschaftliche Entwicklung.
Wie wäre es also, wenn Teilhabe und Engagement in der Lausitz einen festen Ort hätten?
Ein beeindruckendes Gebäude, ein Museum, ein Zentrum, einen so genannten dritten Ort, der zu jeder Zeit nutzbar ist – von innen oder von außen. Ein Signature Building mit einer Architektur, die einmalig ist, die etwas in Gang setzt, die bleibt. Ein Gebäude, was so eindrucksvoll und besonders ist, dass es Menschen von außerhalb anlockt – als Touristen und Konferenzteilnehmer. So, dass es wirtschaftliche Impulse setzt und die Entwicklung der Lausitz fördert.
Die Arbeit der Bürgerregion ist flüchtig. Architektur setzt dagegen einen bleibenden Impuls. Das sehen wir am Bahnwerk in Cottbus. Es steht sinnbildlich für den wirtschaftlichen Strukturwandel in der Region. Allerdings sind die Menschen außen vor.
- Warum denken wir also nicht das Soziale und das Wirtschaftliche zusammen?
- Die kulturelle Auseinandersetzung mit dem Bauen?
- Die Ziele der Bürgerregion Lausitz mit der Wirtschaftsregion Lausitz?
Um einen Ort zu schaffen, der den Moment der beginnenden Transformation auf beeindruckende Weise einfriert und gleichzeitig viel Raum für die Zukunft öffnet. Ein Signature Building, mit dem die Menschen der Region interagieren können, was ihre Geschichte feiert und ihre Zukunft sichtbar macht?
Wie gefällt euch die Idee eines Signature Buildings in der Lausitz?
Was würdet ihr dort reintun?
Wo könnte es stehen?
Antwortet gern unter Wir freuen uns auf den Austausch mit euch.
Als Inspiration empfehlen wir die vierteilige ARTE-Reihe „Tempel der Hochkultur“.