Das Wichtigste in Kürze

Erzähl mal, Oma! Wie war das auf dem riesigen Bagger im Tagebau? Wie klein waren die Menschen und die Autos von oben? Hast du dich wie ein Riese mit großen Händen gefühlt?

Eine finnische Methode beteiligt Menschen mit ihren Geschichten am kulturellen Prozess
Persönliche Erfahrungen und Emotionen machen kulturelles Erbe erlebbar und verbinden es mit Geschichten, die bleiben. Der Weg dorthin ist so vielfältig wie die Geschichten selbst. Eine Methode, diese Geschichten zu erfassen, ist die so genannte Bedeutungsanalyse aus Finnland (englisch: Significance Analysis). Cornelia Huth, unsere Mitarbeiterin im Projekt „Menschen machen Kultur“ hat sie kürzlich in der Workshop-Reihe „Geschichte(n) bewahren“  des Knotenpunktes Nord von Wertewandel e.V. vorgestellt.

Vielen ist gar nicht bewusst, dass ihre Geschichten der Anfang von Kultur sein kann
Wir sind es gewöhnt, ins Theater zu gehen, eine Ausstellung anzusehen oder einen Film zu sehen. Der Weg, der zu diesem Theaterstück, zu dieser Ausstellung oder zu diesem Film geführt hat, bleibt uns meist verborgen. Persönliche Geschichten können ein Teil dieses Prozesses sein. Sie können mit Alltagsgegenständen verbunden sein oder mit bestimmten Arbeitsschritten, die in der Braunkohleförderung üblich waren und sind.

Warum soll nicht auch deine Geschichte oder die deiner Nachbarn, Vereinsmitglieder oder Familienmitglieder der Impuls für eine Ausstellung, einen Radiobeitrag oder eine Installation? Das kulturelle Erbe wird damit vielstimmiger. Denn verschiedene Geschichten nehmen verschiedene Blickwinkel ein. Wichtig ist, dass die Menschen, die ihre Geschichte preisgeben, am gesamten Dokumentationsprozess beteiligt sind und mitbestimmen, was damit geschieht.

Die finnische Methode hilft, Struktur in die Erfahrungen und Emotionen zu bringen und Dinge herausarbeiten, die für die Gesellschaft oder für die Nachwelt interessant sind. Gleichzeitig schafft sie Gemeinschaft und Selbstwirksamkeit.

Einen Anfang ermöglicht ein Fragebogen mit sieben Hauptbewertungsmethoden des finnischen Nationalamtes für Denkmalpflege

Die Methode ist unter dem Stichwort “Significance Analysis” frei zugänglich und ist je nach Projekt anpassbar. Die folgenden Fragen beziehen sich auf ein bestimmtes Objekt, was für eine Person oder eine Gruppe Bedeutung hat. Nun geht es darum, die Bedeutung für das kulturelle Erbe zu erfassen.

Repräsentativität
Welchen Typ, welche Klasse, Gruppe oder Idee repräsentiert das Objekt? Ist es häufig, selten, gefährdet?

Authentizität
Sind Herkunft und Besitzverhältnisse bekannt?

Historische / Kulturelle Bedeutung
Ist das Objekt mit bedeutenden Zeiten, Orten, Personen, Entwicklungen verbunden?

Erfahrungsbezogene Bedeutung
Welche Erfahrungen erzeugt das Objekt? Emotionale, nostalgische, ästhetische Reaktionen?

Gemeinschaftliche Bedeutung
Hat das Objekt eine spezifische (spirituelle, politische, soziale, kulturelle) Bedeutung für eine Gemeinschaft?

Idealzustand
Wie sieht der Idealzustand aus? Kann er erreicht werden?

Verwendbarkeit
Ist das Objekt nutzbar, verfügbar? Stehen Nutzen und Ressourcen im Verhältnis?

Wer diese Methode näher kennenlernen oder in einem Projekt anwenden möchte, kann sich gern bei Cornelia Huth melden und mit ihr einen Workshop-Termin vereinbaren.

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