Es ist einige Zeit ins Land gegangen, seit 2017 die Idee für einen museumspädagogischen Dienst im Landkreis Dahme-Spreewald aufkam. Einige Museen wünschten sich Vernetzung und gemeinsame Projekte, um den Museumsstandort zu stärken. Im Zeitraum 2019/2020 kooperierten dann einige von ihnen im Museumsverbund Dahme-Spreewald. 2021 nahm der Museumspädagogische Dienst (MuPäD) Arbeit mit zwei Vollzeit-Stellen auf. Getragen wird der Dienst durch Fördergelder des Landkreises und eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen den Kommunen. 2025 kam eine dritte Stelle dazu.

Inzwischen beteiligen sich 12 von 16 Kommunen an der Finanzierung

80 Prozent trägt der Landkreis, 20 Prozent tragen die Kommunen. Der Landkreis finanziert außerdem 3.500 Euro Sachkosten pro Stelle und Jahr. Zweimal im Jahr lädt der MuPäD die Mitglieder des Museumsverbundes zu thematischen Regionalkonferenzen ein. Austausch und Voneinander-Lernen stehen hier im Vordergrund. Der MuPäD entwickelt außerdem Sommer- und Winterprogramme für Kitas und Horte im Landkreis und beteiligt sich damit auf Wunsch auch an Museums-Festen.

Das Angebot des MuPäD an die etwa 30 Museen und Heimatstuben ist sehr vielfältig

Es reicht von der Beratung über gemeinsames Entwickeln bis hin zur kompletten Konzeption und Umsetzung von Museumsinhalten. Auch im Bereich Weiterbildung, Öffentlichkeitsarbeit oder Materialbeschaffung kann der Dienst unterstützen. Je nach Professionalisierung und personeller Ausstattung der Museen im Landkreis werden die Angebote unterschiedlich angefragt.

Auch der Lehrplan im Land Brandenburg inspiriert so manches Projekt

So zum Beispiel das Schulmuseum Schwarzenburg in der Gemeinde Heideblick. Hier hat der Museumspädagogische Dienst eine Schulstunde wie vor 100 Jahren konzipiert, Material dafür beschafft und Handreichungen für Lehrkräfte entwickelt. Die ersten Veranstaltungen begleiteten die MuPäd-Mitarbeiterinnen und gaben Feedback. Nun führt Jörg Beyer, der Vorsitzende des Heimatvereins Schwarzenburg, durch das Haus und die Schulstunde vor 100 Jahren. Die frühere Einraum-Lehranstalt mit Lehrerwohnung bietet dafür die perfekte Kulisse.

MuPäD-Mitarbeiterin Nicole Marien hat in einer Folge unseres Online-Formates „Mehrwert“ über ihre Arbeit und die Entstehung des Dienstes berichtet. Das Video zur Veranstaltung ist bald in unserer Mediathek zu finden.

Modellcharakter für die dezentrale Kulturarbeit im ländlichen Raum

Wir als Bürgerregion Lausitz finden, dass der Museumspädagogische Dienst im Landkreis Dahme-Spreewald ein Vorzeige-Beispiel für die dezentrale Kulturarbeit im ländlichen Raum ist. Die enge und erfolgreiche Kooperation mit Kitas und Horten macht die Arbeit des MuPäD besonders wirksam.

In Zusammenarbeit mit den Museen richtet sich der Museumspädagogische Dienst zuerst bewusst an die Menschen des eigenen Landkreises. Dadurch gelingt etwas, was vielerorts ein kulturpolitisches Ziel ist: Menschen bereits in jungen Jahren für die eigene Kultur, die regionale Gemeinschaft und das kulturelle Erbe zu begeistern.

Lässt sich dieser Ansatz auf andere Regionen übertragen?

Der MuPäd liefert tolle Beispiele, wie es gehen kann. Gleichzeitig stellte sich im Gespräch in unserem Online-Format „Mehrwert“ heraus: Dass es den MuPäD gibt, ist der Initiative der Museen, der guten Zusammenarbeit mit dem Landkreis und dem großen Engagement einzelner Personen zu verdanken. Die öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen den Kommunen ist ein besonderes Statement für die Kultur im Landkreis. Sie schafft das Fundament für eine langfristige und wirksame Kulturarbeit.

Das Beispiel des MuPäD zeigt: Wenn kulturelle Angebote im ländlichen Raum entstehen und nachhaltig gesichert werden sollen, ist die enge Zusammenarbeit zwischen Kulturakteur*innen und Landkreisen oder Kommunen unverzichtbar. Um diese Zusammenarbeit anzuschieben, haben wir als Bürgerregion Lausitz das Programm „Menschen machen Kultur“ aufgelegt. Cornelia Huth und Maximilian Grafe vermitteln und vernetzen zwischen Kulturakteurinnen, Kulturakteuren und Verwaltungen, damit beide voneinander wissen, einander verstehen und voneinander profitieren können. Sprecht sie gern an, wenn ihr euch eine nachhaltigere Kulturarbeit in eurer Region wünscht.

Der MuPäD entwickelt pro Jahr ein Sommer- und ein Winterprogramm für Kitas und Horte. Quelle: https://www.luebben.de/mupaed-lds/de/

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