Zehn Jahre nach Gründung von Lausitzer Perspektiven e.V. und nach fast vier Jahren Arbeit im Beteiligungsprojekt »Bürgerregion Lausitz« ist eines klar: Das Verständnis von Beteiligung und Demokratie ist hier ein anderes als in den bundesrepublikanisch geprägten alten Bundesländern. In der brandenburgischen Lausitz und sicher auch in vielen anderen Regionen Ostdeutschlands ist Beteiligungsarbeit immer noch Basisarbeit.

Das Bewusstsein, mit eigenem Engagement etwas verändern zu können, ist schwächer als in den alten Bundesländern. Die Erwartung an die öffentliche Hand, alles zu regeln, ist größer. Zwar wächst Ostdeutschland wirtschaftlich schneller als der Westen (vgl. Carsten Schneider im Bericht zum Stand der deutschen Einheit 2024, S. 3). Der unternehmerisch aktive Mittelstand, der sich als Teil einer engagierten Bürgerschaft versteht, ist trotzdem seltener. Die Präsenz von Unternehmensstiftungen und Mäzenatentum, die Zivilgesellschaft unterstützen, ist gering. Von 23.000 Stiftungen in Deutschland haben nur sieben Prozent ihren Sitz in Ostdeutschland (vgl. Schneider, S. 8).

Das ehrenamtliche Engagement im ländlichen Raum ist groß, aber …

Bürgerschaftliches Engagement außerhalb von Sport, Karneval und Feuerwehr wird eher argwöhnisch beobachtet und ausgebremst. »Vielerorts im Osten hapert es noch an den strukturellen und monetären Voraussetzungen für reibungsloses ehrenamtliches Engagement. […] Auch fehlen professionelle Anlaufstellen, Beratungsmöglichkeiten und Unterstützungsstrukturen und -leistungen« (Schneider, S. 8). Die Abhängigkeit von öffentlicher Förderung ist nach wie vor groß.

Demokratie und Beteiligung sind in Gefahr

Das Alles führt dazu, dass neue Machtverhältnisse im Bundesland, ….

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