Geschäftsstelle „Lausitzer Perspektiven e.V.“ in Raddusch

Der Zwischenbericht der Bürgerregion Lausitz

In der Geschäftsstelle führen wir alle Fäden zusammen, kümmern uns um eine gute Kommunikation nach innen und außen, evaluieren die Arbeit der Bürgerregion Lausitz und etablieren neue Formate innerhalb des Netzwerkes. Ein Highlight war natürlich unser Zwischenbericht, der die beiden ersten Projektjahre beleuchtet. Wir haben viel Messbares und Zählbares aufgeschrieben und gezeigt, dass es eine Instanz braucht, die als Ansprechpartnerin für engagierte Menschen in der Region da ist. Mehr über unseren Zwischenbericht gibt’s hier.

Der YouTube-Kanal der Bürgerregion Lausitz

Ein wichtiger Meilenstein in der Bürgerregion Lausitz ist unser YouTube-Kanal, in dem wir zwei ebenfalls neue Formate dauerhaft nutzbar machen. Mit dem Online-Format Mehrwert zeigen wir Beispiele für Beteiligung und geben Impulse, wie sie sich in der Lausitz umsetzen lassen. Dazu stellen wir eigene Projekte vor oder laden Gäste ein, die von ihrer Arbeit berichten. Gesprächsbereit ist ein analoges Format, bei dem wir zu verschiedenen gesellschaftlichen Themen in den Austausch treten und immer auch die Perspektive der Lausitz beleuchten. Beide Formate zeichnen wir auf und stellen sie in unserem YouTube-Kanal dauerhaft zur Verfügung. Hier geht’s zum YouTube-Kanal.

„Menschen machen Kultur“

Ein weiteres Highlight für uns in der Geschäftsstelle ist der gelungene Aufbau des Projektes Menschen machen Kultur. Cornelia Huth und Maximilian Grafe netzwerken sich seit einem Jahr durch die Lausitzer Kulturszene: bündeln, wo es möglich ist, geben Impulse, wo es nötig ist, und entwickeln Formate, damit Bürgerinnen und Bürger kulturelle Beteiligung erleben.

Auftakt zu openart Lausitz

Cornelia Huth und Maximilian Grafe haben in diesem Jahr die Kulturszene der Lausitz kennengelernt und festgestellt, dass es viele Akteurinnen und Akteure gibt, die die Lausitz schöner und lebenswerter machen wollen, aber oft ganz unterschiedliche Perspektiven auf die Region haben. Das passt zu einem ihrer Highlights in diesem Jahr – nämlich zum großen Zulauf bei der Auftakt-Veranstaltung für die openart Lausitz in der Kunsthalle Lausitz. Die große Vielfalt der Kulturakteur*innen war beeindruckend.

Geschichte(n) der Braunkohleregion bewahren

Als besonders erfüllend beschreiben Cornelia und Max, dass sie die Ergebnisse aus kurzen befristeten Projekten anderer Knotenpunkte nutzen können, um daraus nachhaltige kulturelle Teilhabe zu entwickeln. Ein Beispiel aus diesem Jahr ist das Projekt „Geschichte(n) der Braunkohleregion bewahren“. Unser Knotenpunkt Wertewandel hatte eine Workshop-Reihe aufgelegt und darin großes Potenzial für die Region erkannt. Menschen machen Kultur werden in 2026 darauf aufbauen.

Der Zwischenbericht der Bürgerregion Lausitz

Der YouTube-Kanal der Bürgerregion Lausitz. Bild: Screenshot YouTube

Maximilian Grafe und Cornelia Huth vom Projekt "Menschen machen Kultur". Foto: Tine Jurtz

Auftakt-Veranstaltung für die openart Lausitz in der Kunsthalle Lausitz. Foto: Menschen machen Kultur

 

Knotenpunkt „Wertewandel e.V.“ in Cottbus

Fest für Engagement und Beteiligung

Bei den Highlights 2025 darf natürlich das Fest für Engagement und Beteiligung nicht fehlen. In Kooperation mit dem Projektraum Drahnsdorf drehte sich alles um „Räume für Beteiligung“. Mitgestaltung und Teilhabe bildeten den Kern der Veranstaltung – zum Beispiel, als die Teilnehmenden Räume für verschiedene Szenarien einrichten konnten: für die Planung eines Jugendstraßenfestes und eines Familiencafés oder für die Vermittlung zwischen verschiedenen Interessen in einer Dorfgemeinschaft. Räume erzeugen je nach Einrichtung und Regelwerk unterschiedliche Energien und können – richtig eingesetzt – Teilhabe ermöglichen oder erschweren. Für Caro Kahn und Kira Sawicka vom Verein Wertewandel war besonders beeindruckend, wie die Teilnehmenden die Herausforderungen angenommen haben, zusammengearbeitet, Ideen entwickelt und Lösungen ausprobiert haben. Und wie kleine Veränderungen im Raum oder im Regelwerk Wirkung erzielen.

Workshopreihe „Geschichte(n) der Braunkohleregion bewahren“

Die Workshops in der Reihe Geschichte(n) der Braunkohleregion bewahren waren besondere Veranstaltungen in 2025. Denn sie verbinden den Kern der Bürgerregion Lausitz – nämlich, Beteiligung zu organisieren – mit der tief verwurzelten Identität der Region. In der Workshop-Reihe vernetzte Wertewandel Museen, Vereine, Zeitzeug*innen, Engagierte und Interessierte mit dem Ziel, Wissen zu bewahren und lebendig und verständlich zu vermitteln. Die vier thematischen Workshops brachten Menschen aller Generationen zusammen. Je nach Alter teilten sie Erinnerungen oder erarbeiteten sich kulturelles Wissen. Mit Hilfe von Expert*innen testeten sie verschiedene Methoden, um Geschichten für die Zukunft festzuhalten.
Mehr zur Workshopreihe gibt’s hier.

Brandenburger Frauenwoche

Die Frauenwoche im März ist für Wertewandel ein fester Termin im Jahreskalender. 2025 kamen Kira Sawicka und Caro Kahn über ihr Beteiligungsspiel „Vier gewinnt“ mit jungen Menschen zum Thema Chancengleichheit ins Gespräch. Beim Austausch über Rollenbilder, Gleichberechtigung und Beteiligung gab es manche Überraschung: Junge Frauen berichteten zum Beispiel, dass sie in der Schule Gleichberechtigung spüren, im Alltag aber auf Hürden, Catcalling und Belästigung stoßen. Die Gespräche thematisierten auch Ungleichheiten am Arbeitsplatz oder zuhause. Wie sehr alte Rollenbilder immer noch unseren Alltag prägen, überraschte übrigens auch die jungen Teilnehmenden.

Teilnehmende beim Fest für Engagement und Beteiligung im Projektraum Drahnsdorf. Foto: Leon Kopsch

Teilnehmende der Workshopreihe "Geschichte(n) der Braunkohleregion bewahren". Foto: Wertewandel e.V.

Kira Sawicka (links) und Caro Kahn bei der Frauenwoche in Cottbus. Foto: Wertewandel e.V.

 

Knotenpunkt „Generationen gehen gemeinsam e.V.“ in Elbe-Elster

Reparaturinitiativen und Repair Cafés

In Elbe-Elster stand das Beteiligungsjahr 2025 ganz im Zeichen von Reparaturinitiativen, die an verschiedenen Orten entstehen oder bereits ihre ersten Repair Cafés durchgeführt haben. Das Format Repair Café stammt ursprünglich aus den Niederlanden. Es lebt von der gegenseitigen Hilfe beim Reparieren von Alltagsgegenständen und ist auch in Deutschland weit verbreitet. In der Lausitz nimmt der Gedanke des gemeinsamen Reparierens dank der Vernetzungs- und Informationsarbeit unseres Knotenpunktes Generationen gehen gemeinsam (G3) jetzt Fahrt auf. In Finsterwalde gab es bereits ein erstes Repair Café. In Herzberg ist das erste am 7. Januar geplant. In Doberlug-Kirchhain und in Uebigau-Wahrenbrück gibt es erste Gespräche.
Mehr zum Maker-MINT-Netzwerk in Elbe-Elster gibt’s hier.

Einen Impuls aus unserem Online-Format „Mehrwert“ gibt’s hier.

Regionale Bühne beim Feel Festival

Natürlich gehört auch die Regionale Bühne beim diesjährigen Feel Festival zu den Highlights in Elbe-Elster. Akteurinnen und Akteure aus Kunst, Kultur, Musik und Gesellschaft präsentierten im Juli die Region und nahmen selbst viele Eindrücke für die tägliche Arbeit mit. Zum Feel Festival am Bergheider See kommen jährlich etwa 15.000 Besucherinnen und Besucher. Erstmals tanzten sie zu Musik von DJs aus der Region, kochten mit regionalen Zutaten oder erlebten regionale Kunst-Performances. Und falls jemand die vielen bunten Blumenkränze überall auf dem Festival gesehen hat: Die gehörten auch zum Angebot rings um die Regionale Bühne und waren ein echtes Festival-Highlight. Auch für 2026 gibt es wieder Pläne, die Region einzubeziehen.
Eine Bildergalerie zur Regionalen Bühne gibt’s hier.

Finsterwalder Vereinsstammtisch

Das Netzwerken ist auch in Finsterwalde ein zentrales Element der regionalen Entwicklung. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung entstand in unserem Knotenpunkt G3 die Idee, einen Vereinsstammtisch ins Leben zu rufen. Gesagt, getan: Zur Auftaktveranstaltung kamen viele. Zur zweiten Veranstaltung, zu der nur noch die Stadt Finsterwalde einlud, gab es wieder viel Resonanz. Zukünftig soll der Stammtisch viermal im Jahr stattfinden. Inzwischen hat unser Knotenpunkt G3 die Idee eines Vereinsstammtisches nach Doberlug-Kirchhain weitergetragen. Im März wird es hier die erste Veranstaltung geben.

Reparieren im ökumenischen Begegnungscafé "Maria und Martha" in Finsterwalde. Foto: Markus Wegner

Die Regional Bühne auf dem Feel Festival 2025. Foto: Andreas Richter

Erster Vereinsstammtisch in Finsterwalde. Foto: Karla Fornoville

 

Knotenpunkt „Kompetenzzentrum für Kinder- und Jugendbeteiligung (KiJuBB)“ in Senftenberg

Krasse Lausitz – Krasse Party

Die Krasse Lausitz – Krasse Party im Oktober war eines der großen Highlights für die Kinder- und Jugendbeteiligung in der Lausitz. Unser KiJuBB „kaperte“ dafür gemeinsam mit anderen regionalen Akteuren die Teenie-Party „motionbeatz“ im Gladhouse Cottbus. Mit niedrigschwelligen kreativen Mitmach-Angeboten konnten sich die 12- bis 17-jährigen Partygänger*innen mit ihrer Heimat und ihrer Zukunft darin auseinandersetzen. Sie nutzten zum Beispiel verschiedene Abstimmungsmöglichkeiten auf Spiegeln, in Gläsern oder auf Wänden, um ihre Gedanken zum sperrigen Begriff Strukturwandel kundzutun. 2026 soll es eine Folgeveranstaltung geben, in der die Jugendlichen ihre Ideen und Wünsche weiter ausarbeiten können. Mehr zur Party gibt’s hier.

Qualifizierungsreihe für die kommunale Praxis

Ein weiteres KiJuBB-Highlight des Jugendbeteiligungsjahres 2025 war die Qualifizierungsreihe „Kinder- und Jugendbeteiligung in der Strukturwandelregion Lausitz“ für Mitarbeitende in kommunalen Verwaltungen und weitere Akteure und Interessierte. In vier Modulen beschäftigten sie sich mit rechtlichen Grundlagen und wirksamen Beteiligungsmethoden und erhielten alltagstaugliche Impulse für ihre kommunale Praxis. Austausch, eigenes Ausprobieren und praxisnahe Beispiele vermittelten einen guten Überblick, aber auch Mut und Begeisterung, in der kommunalen Praxis Räume für Kinder- und Jugendbeteiligung zu öffnen.

Projekttage mit Schülerinnen und Schülern

Mit dem Strukturwandel und seinen Auswirkungen auf die Zukunft junger Menschen beschäftigte sich eine 9. Klasse des Emil-Fischer-Gymnasiums in Schwarzheide an zwei Projekttagen. Tag eins führte sie nach Senftenberg, wo das Kultur- und Freizeitzentrum Pegasus eine digitale Stadtrallye für sie vorbereitet hatte. Die Schülerinnen und Schüler erkundeten Orte des Wandels und entwickelten eigene Zukunftsbilder. Im Makerspace Senftenberg probierten sie sich anschließend beim Lasercutten, 3D-Drucken und Designen aus. Im Planspiel „Torfitz“ am zweiten Tag im Jugendclub Schwarzheide lernten die Jugendlichen verschiedene Rollen und Interessen im Strukturwandel kennen. Das Interesse an Mitgestaltung, Zukunftsfragen und Chancen war beflügelnd und zeigte, wie wichtig Augenhöhe ist, wenn wir junge Menschen einbeziehen wollen.

Jugendliche auf der "Krasse Lausitz - Krasse Party" in Cottbus. Foto: Christiane Schleifenbaum

Jugendliche auf der "Krasse Lausitz - Krasse Party" in Cottbus. Foto: Christiane Schleifenbaum

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